Cala Figuera

© by Werner Gajewski ( WERNER@GEIERBOX.DOMINO.DE )
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Kapitel 3

Die Mondbar war für diese frühe Stunde schon gut gefüllt. Vom Pool her waren die Geräusche von Badenden und das Gelächter von einigen schon früh Aktiven zu hören. Auf der Tanzfläche waren Tischtennisplatten aufgestellt und an der Bar wurde von einigen zerknittert aussehenden Leuten der Kater mit Kaffee und Kognak bekämpft.

Ich setzte mich auch an die Bar und bestellte ein Mineralwasser. Jesus, der Chef der Mondbar, servierte es mir einem Lächeln und fragte ob ich nicht auch einen Weinbrand haben wollte um wieder fit zu werden. Ich lehnte dankend ab und sah mich lieber ein wenig um.

Eines ist sicher, wer in diesem Urlaubsort nicht den passenden Urlaubsflirt findet ist selber schuld. Es waren reichlich Leute aller jugendlichen Altersklassen vertreten und offensichtlich war die Stimmung generell gut.

Besonders faszinierte mich eine langbeinige Rothaarige die langgestreckt an einem der Tische sah. Sie war wohl so Mitte zwanzig, machte aber einen müden Eindruck. Aber irgendwas an dieser Person zog mich an.

Da erschien ein Typ an der Tür, dem man schon auf Meilen seinen Job ansah - Animateur. Er war schlank, hatte eine lange blonde lockige Haarmähne, trug knallbunte Pluderhosen und ein gelbes Shirt mit dem Logo eines Reiseveranstalters. Er wechselte einige Worte mit Jesus und ging dann zum Pool um mit lauter Stimme die Neulinge zum Begrüßungscocktail zu rufen. Er organisierte schnell, daß einige Tische zusammengestellt wurden und so nahm die bunte Gesellschaft dort Platz. Unter ihnen auch die rothaarige Schönheit.

Es gibt ja Leute die haben einfach den lockeren Ton drauf und andere werden es nie lernen. Aber Tom, so hatte er sich vorgestellt, war ein absoluter Profi. Noch nie zuvor habe ich jemand so gut diese Veranstaltung durchführen sehen. Doch zur Begrüßung hatte er auch eine besondere Überraschung parat. Jesus kam mit 2 Sektkübeln an die Tische. In diesen Kübeln war eine rötliche Flüssigkeit die aber von Fruchtstücken und Eiswürfeln bedeckt war. Aus den Kübeln ragten Strohhalme. Tom forderte nun alle Leute auf, sich einen Strohhalm zu organisieren und auf Kommando alle gleichzeitig aus dem Kübeln zu trinken.

Zu meiner Überraschung war es ein süßes Gemisch, daß aber auch mit Alkohol angereichert war. Es schmeckte sehr erfrischend. Tom stellte es als Dampf Zampf vor, eine Spezialität der Mondbar. Das gleichzeitige saugen an den Strohhalmen, wobei natürlich einige Köpfe zusammenstießen, brachte gleich etwas Stimmung in die Truppe, so daß Tom dies gleich in seinen Vortrag einbauen konnte. Ich war erstaunt was hier so alles geboten wurde. Dies wurde mit Sicherheit kein langweiliger Urlaub.

Nachdem der Begrüßungscocktail beendet war, verspürte ich doch einen kleinen Hunger und ich erinnerte mich daran, daß gegenüber doch ein Hamburgerstand war. So entschloß ich mich die Mondbar zu verlassen und mir einen Hamburger anzutun.

Der Hamburgerstand entpuppte sich auf den zweiten Blick als eine Bowlingbahn mit Bar und eben dem Imbißstand. Ich setzte mich auf einen Hocker und bestellte bei dem Wirt einen Hamburger. Er befragte mich sofort ob ich neu hier sei und erklärte mir, daß er Jaime heißen würde und ich erst mal mit ihm einen trinken sollte. Er goß uns einen kleinen Likör ein, der sehr würzig schmeckte.

Plötzlich bemerkte ich neben mir eine Bewegung und stellte fest, daß sich die Rothaarige aus der Mondbar neben mich gesetzt hatte. Auch sie hatte der Hunger gepackt und wollte was essen. Wir kamen ins Gespräch, stellten uns vor und auch ihr goß Jaime einen Likör ein. Sie hieß Jutta und kam aus Hamburg. Ihr Flieger hatte gestern Verspätung gehabt und sie war daher erst heute früh angekommen. Deshalb hätte sie auch das Frühstück im Hotel verpaßt und wäre direkt zum Begrüßungscocktail gegangen. Dies erklärte natürlich ihren ein wenig müden Gesichtsausdruck.

Dann servierte uns Jaime die Hamburger und ich muß sagen, er schlug alles was ich bisher auf diesem Gebiet gesehen habe. Da konnten die Leute aus diesen amerikanischen Hamburgerketten noch einige Scheiben von abschneiden. Mit einem Heißhunger machten wir uns über unsere Portionen her, redeten aber zwischendurch weiter.

Jutta hatte bisher noch nichts vom Ort gesehen, außer ihr Hotel und die Mondbar - und die liegen dicht beieinander. Da ich unbedingt mir den Hafen noch einmal genauer ansehen wollte, beschloß sie mitzukommen. Wir fragten Jaime nach dem besten Weg, den er uns gerne beschrieb.

Der Weg zum Hafen war sehr steil, doch am Ende kam eine Überraschung. Wir kamen genau am Ende der einen Hafenbucht heraus. Es war einfach malerisch. Die Häuser der Fischer waren an die hohen Wände der Bucht gedrängt, die bunten Fensterläden und die weißen Wände gaben ein herrlich kontrastreiches Bild ab. Dazu noch das klare Wasser, in dem man kleine Fische schwimmen sehen konnte. An den Rändern gab es einen Brettersteg den man entlang gehen konnte, er wurde nur gelegentlich von Bootshütten unterbrochen, wo Slipanlagen die Boote an Land ziehen konnten. Überall waren die hellen Fischerboote vertäut. Dazu noch die Ruhe, es war einfach herrlich.

Auch Jutta war sehr begeistert, auch später als wir den Weg vom Hafen wieder herauf gingen war ihr anzusehen, daß sie beeindruckt war. Wir setzten uns auf eine Mauer in der Nähe der Bars an der Hafenstraße und genossen das Panorama. Nach einiger Zeit schlenderten wir weiter und kamen an eine Stelle von wo wir einen herrlichen Blick über den Hafen hatten. Wir hatten uns beide ein phantastisches Fleckchen Erde für unseren Urlaub ausgesucht.

Nach wenigen Schritten kamen wir an ein Hotel, daß direkt oberhalb der Klippen stand. Von der Terrasse hatte man auch einen schönen Blick über die ganze Bucht. Dort war auch der Weg in die Klippen den ich gestern mit Monika und Sabine gegangen war. Ich fragte Jutta ob sie Interesse hätte in die Klippen zu steigen, mich würde interessieren was denn hinter dem Buchteingang wäre. Jutta stimmte zu und so zogen wir los. Der Teil an dem ich am vergangenem Abend gewesen war, war nun bevölkert, Leute lagen auf Matten oder Tüchern und sonnten sich und an der Treppe sprangen einige Verwegene ins Meer.

Der Weg endete und nun begannen die richtigen Klippen mit spitzen Kanten und kleinen, von Spritzwasser gebildeten Tümpeln, in denen sich das Salz kristallisierte. Die Felsformationen unterhalb des Kliffs sahen aus, als ob dort ein Riese mit Felsbrocken gewürfelt hätte. Aber man konnte hinüberklettern und wir gelangten auf ein kleines Plateau, auf dessen Mitte ein einzelner Felsblock wie ein Tisch lag. Dort setzten wir uns hin und schauten uns um. über uns war eine ca. 30 Meter hohe Felskante, am oberen Rand konnte man gerade noch einen Begrenzungszaun erkennen. Vor uns erstreckte sich das Meer, der nur mäßige Wellengang brach sich an den Klippen. Die Geräusche brachen sich an der Felskante ähnlich wie ein Echo.

Wir saßen einfach nur da und schwiegen und genossen die Stimmung. Es war sehr heiß, aber vom Meer kam eine leichte Brise. Als ich nach einer Weile an den Klippenrand ging, konnte ich in der Nähe eine in den Felsen gehauene Treppe erkennen. Ich forderte Jutta auf mir dorthin zu folgen. Nach einigen Klettereien kamen wir an die Treppe die bis zum Wasser führte. Wir stiegen die Stufen hinunter und setzen und auf die Felsen. Es war phantastisch.

Dort unten war es wie eine kleine Höhle, man war zur Landseite total abgeschirmt. Wir setzten uns hin uns sahen den Wellen zu wie sie sich an den Felsen brachen.

Nach einiger Zeit bekam ich eine große Lust auf Schwimmen und ich stand auf, zog mich aus und sprang ins Wasser. Es war herrlich! Die Temperatur war angenehm und es war erfrischend. Da es nur wenig Wellengang gab, hatte ich auch keine Probleme mit den Felsen. Ich sah zum Ufer und sah Jutta am Rande stehen, sie zögerte ein wenig und fragte wie denn das Wasser sei. Ich antwortete wahrheitsgemäß und so zog sie sich auch aus und sprang ins Wasser. Sie schwamm wie eine Nixe und es war schön ihr dabei zuzusehen. Wir tollten herum und schwammen auch ein wenig ins offene Wasser, doch dort wurde es merklich kälter und wir gingen lieber wieder an Land.

Das Herauskommen aus dem Wasser war doch ein wenig problematischer, da die Klippen mit Seeigeln übersät waren. Mit denen wollte ich doch keine Bekanntschaft machen. Doch irgendwie konnte ich doch herausklettern und half auch Jutta beim Heraussteigen. Da die Felsen sehr warm waren, legte ich mich zum Trocknen einfach flach hin. Jutta legte sich neben mich. Wir genossen die Wärme der Felsen und das Rauschen des Meeres. Die Sonne stand hoch am Himmel und so konnten wir ungestört sonnenbaden.

Irgendwie mußten wir eingeschlafen sein, denn nach etwa zwei Stunden wurden ich wach. Jutta lag noch neben mir und war auch eingenickt. Kunststück, sie hatte ja auch eine lange Nacht hinter sich. Ich nutzte die Gelegenheit um sie ausgiebig zu betrachten. Sie hatte einen flachen Busen, aber ausgesprochen hervorstehende Nippel. Offensichtlich war sie sehr durchtrainiert, denn es war kaum ein Fettansatz bei ihr zu erkennen, Und sie war eine echte Rothaarige, denn ihre Muschi glänzte in einem satten Rot. Es war ein herrlicher Anblick. Der lange Aufenthalt in der Sonne hatte einen leichten Sonnenbrand auf ihren Armen und dem Rücken verursacht.

Mit einem Kuß auf die Schulter weckte ich sie und sie schaute irritiert auf die Uhr. Ich machte sie darauf aufmerksam, daß sie schon einen kleinen Sonnenbrand hätte und sie wies nur grinsend auf meinen Rücken. Da spürte auch ich einen kleinen Brand. Wir lachten und zogen uns an.

Die Treppe führte zu einer Art Rampe die am Rand der Felswand empor ging und als wir oben angekommen waren, gab es dort eine kleine Mauer die am Rande der Felskante entlanglief. Diese wurde von einem kleinen Zaun gekrönt. Der Zaun, der von unten zu sehen war. Hinter der Mauer war ein Weg, der an der Mauer entlangging. Wir folgten diesem Weg und gelangten in den Poolbereich eines Hotels. Nach den Erinnerungen an meine Führung von gestern erkannte ich das Hotel. Durch den Barbereich und den Rezeptionsbereich verließen wir das Hotel und kamen wieder auf eine Straße des Ortes. Schräg gegenüber war eine Kellerbar, von der ich gehört hatte, daß es dort einen guten Wein gab. Auch Jutta war durstig und so setzten wir uns in diese kleine Bar.

An der Hinterwand war eine ganze Batterie Fässer aufgebaut auf denen mit Kreide der Inhalt aufgeschrieben war. Der Wirt, ein alter Mann aber mit unheimlich lustigen Augen, fragte was wir haben wollten und wir entschieden uns für einen Weißwein mit Mineralwasser. Der Wirt forderte uns auf zu den Fässern mitzukommen und erst mal einige Weine zu probieren. Es war ein Genuß! Wir fanden auch einen guten Wein und er Wirt zapfte und einen Krug voll ab. Dazu servierte er uns Wasser aus einen Tonkrug und ich war überrascht über den Geschmack. Der Wirt, der sich als Baco vorstellte, erklärte, daß dieses Wasser von einer Quelle auf dem Grundstück seines Bruders stamme und er immer ein Faß davon hätte.

Dieser gespritzte Wein war genau das richtige Getränk für diesen heißen Tag. Wir saßen nun in dieser kleinen Kneipe tranken unseren Wein uns redeten über Gott und die Welt. Dabei erfuhr ich, daß Jutta 26 Jahre alt war und frisch geschieden. Vom Gericht weg war sie in ein Reisebüro gegangen und hatte diese Reise gebucht. Sie wollte einfach auf andere Gedanken kommen. Sie hatte vor erst mal einige Tage zu relaxen und dann mal mit dem Auto die Insel zu erkunden. Dazu hatte ich auch Lust und so beschlossen wir gemeinsam einen Wagen zu mieten und zwei Tage die Insel unsicher zu machen.

Wir hatten so gut miteinander geredet, und auch den 2. Krug Wein geleert, daß wir gar nicht gemerkt hatten wie die Zeit verging. Erst ein Blick auf die Uhr machte uns klar, daß langsam Zeit fürs Abendessen war. So verabredeten wir uns für den Abend in der Mondbar und Jutta ging in Richtung auf ihr Hotel los. Ich zahlte bei Baco und mit einem Wink in Richtung Jutta blinzelte er mir zu, daß dies ja wohl eine besonders nette Senorita wäre. Dem konnte ich nur zustimmen und wir tranken beide noch eine Spezialität aus einen seiner Fässer.

Die wenigen Schritte zu meinem Hotel ging ich sehr beschwingt, Jutta ging mir nicht aus dem Kopf - welch eine Frau!

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