Vollmond

Uta M. G.

Ich habe mich rasiert.

Das heißt, rasiert habe ich mich eigentlich nicht, sondern mit einem Nagelscherchen fein säuberlich die Haare entfernt. Es klingt, wie wenn man feinsten Draht durchtrennt, ein wenig spröde, ein Geräusch, das mich provoziert nicht aufzuhören, der leichte Widerstand läßt meine Hände ebenso leicht zittern. Meine Schamlippen sind jetzt glatt, wie bei einem Kind. Meinen Hügel habe ich um des Kontrastes willen und wegen der Sauna aus Scham verschont.

Ich streichle mich mit den Fingerspitzen und bin schockiert, wie fremd ich mir geworden bin. Glatt, und unanstaendig feucht, je mehr ich mich abtrockne, um so nasser werde ich. Ich will zu Dir, mein neues Spielzeug zeigen und mit Dir und mir spielen. Ich ziehe mich an und fahre los, es ist Vollmond und mein Auto schnurrt und bruellt mein Tempo und meine Lust heraus. Viele entgegenkommende Wagen geben mir Lichtsignale, aber weit und breit ist keine Polizei, keine Radarfalle zu sehen und irritiert kontrolliere ich immer wieder ob ich mein Fernlicht ausgeschaltet habe. Es ist ausgeschaltet. Jedes Mal, völlig korrekt und das verblüfft mich um so mehr. Ich fahre keine Zickzacklinien, sie können nur mein Auto sehen, es sieht so aus wie immer. Also was sehen sie, was wittern sie und wie machen sie das? Sind es Männer oder Frauen?

Ich will Dich, will Dich. An mir, in mir, mit all dem Getoese was dazu gehört. Ich kann meine Beine gegeneinander reiben, und meine Finger pressen um das Lenkrad. Jede Minute Fahrt bringt mich schon ein Stueckchen näher und höher und.... Du oeffnest mir die Tür, ich falle Dich mit meinen Küssen an und fasse sofort nach Deinem Schwanz, gebe mich der Illusion hin, daß er nur für Dich und mich jetzt da ist. Überraschung? Überraschung! Wie eine Welle gegen einen Berg prallt komme ich mir vor und umarme und druecke Dich, wünsche mir die tausend Hände von Kali oder Schiwa, welche ist mir egal, nur mehr Hände möchte ich haben. Für Deinen Kopf, Deine Nippel, die mich wahnsinnig machen, Deinen Schwanz, der mittlerweile fest geworden ist und mir entgegenduftet.

Der Gedanke von meinem glatten Mund, den Du so noch nicht kennst macht mich kirre und ich reibe mich gegen Dein Knie und schiebe in kleinen Fickbewegungen über den Schenkel. Ich sauge in Deinen Mund hinein und spiele an den Zähnen vorbei an Deinem Gaumen, der erst wellig und hart ist und dann dahinter, wie ein Geheimnis, so weich und feucht wie ich selbst. Weiter herunter als bis zu Deinen Knien ziehe ich die Jeans nicht, jeder Zentimeter kostet mich zu viel Selbstbeherrschung, liegt Kilometer vom Zentrum meines Interesses entfernt.

Ich habe es noch nie auf der Treppe mit jemandem getrieben, noch nie hinter einer Glastuere und Du weisst noch nicht wie sensationell ich mich heute anfuehle. Nur meine Gier, die spuerst Du und die kocht Dich genau so heiß, wie ich selbst bin. Deine Hände suchen auch ruhig, unruhig an mir und wandern zu meinem Hintern. Sie schummeln sich unter meinen Rock, ein Hoch, bessergesagt ein *Weit den Gummizuegen. ich bin nackt unter dem Rock, nackter als Du Dir denken kannst, und schon dies hier reicht um Deinen Atem in eine andere Tonlage zu verschieben. Willst Du? DU? Hier? Hier! Ich schiebe Dich rückwärts gegen die Treppe und setzt mich sofort auf Deine Beine. Meine Knie reiben gegen die nächste Stufe nach oben, meine Schienbeine schieben über das Holz Deiner Sitzstufe. Und Deine Hände liegen auf meinem Arsch und streicheln ab und zu über meinen Rücken und ich weiß nicht, welches davon besser schmeckt. Unter dem Versteck meines Rocks wuehle ich nach vorn, mag nicht mehr ficken spielen, sondern will Dich jetzt! in mir haben, fuehlen, wie Du rein und raus gehst. Bei den ersten Bewegungen bin ich noch ganz eng um Dich und Du bist riesig und prall in mir, mit halbgeschlossenen Augen drehst Du Deinen Kopf hin und her und wer*s nicht kennt, weiß nicht wie gut das ist.

Ich will Dir*s schön machen, bin so heiß darauf Deine Lust zu sehen und zu hören, setze meinen Ehrgeiz darein, aber Du merkst es sofort und es gilt nicht, jedesmal ist es mein Zucken, meine Echtheit, die es für Dich bringt, wenn ich mich zurueckziehen will um Dir endlich einmal das zu geben was ich selbst bekomme, kann ich Dich nicht finden. Jetzt sucht eine Hand nach meinen Knopf und reibt an mir vorbei. Manchmal frage ich mich, ob Du das extra machst, ob Du genau weisst, daß ich an der Provokation nicht vorbei kann und selbst mit mir spielen muß.

Zu meiner Nacktheit kommt kein Kommentar und ich bin selbst doch ganz fasziniert, streichle von meiner Klit über die weichen Lippen, die von Deinem Schwanz in mir ganz gespannt und bananennass sind. Du schiebst mich zurück, es ist zu ungemuetlich, so dicht ist keiner von uns dran. Trotzdem ist es mehr ein gemeinsames die Treppe hinauffallen, mit Deiner Hand an meiner Möse. Wir lassen uns aufs Bett fallen, ich greife nach Dir, aber Du ziehst mich an den Bettrand und spreizt meine Beine. Dein Gesicht verschwindet, das ist mir immer ein wenig peinlich, gerade, weil ich es so sehr genieße und oft herbeiwuensche.

An meinem Bauch vorbei nach Deinem Kopf zu schauen, ist eine Prüfung, die ich nie bestehe, aber ich greife mit meiner Hand nach Deiner und halte sie fest und nicht allein an meinem Atem, auch an den Kontraktionen meiner Hand erkennst Du wie nah Du bist und wie nah ich ganz weit weg bin. Der nächste Catch 22. Auf der einen Seite möchte ich noch weiter hoch klettern, wie ein Kind, das den Sprung von der naechsthoeheren Treppenstufe versucht, einen Sekundenbruchteil länger fliegen. Auf der anderen Seite getraue ich mich nicht, weiß nicht ob ich dann springen kann, oder ganz erbaermlich Stufe um Stufe nach unten zittern muß und mit beiden Händen nach dem Geländer krampfe.

Aber auf einmal ist da gar nichts mehr zu entscheiden, Du forderst mich zum Tanz und mein Körper siegt über mich, ich mache mich erst klein unter der Welle, die da hart gegen mich schlaegt, mit einem Schrei nach Luft komme ich hoch, ist das eigentliche schon vorbei. Es ist wie ein Traum, aus dem man in der schoensten Sekunde durch Atemnot erwacht, sich zurueckfallen läßt und weitertraeumt, alles aus dem Schock herausholt, dem Moment, nach dem man jedes Mal greift und der nie zu fassen und zu behalten ist.

Klar, ich kann jetzt aufhoeren, irgend etwas tun, wie schlafen oder auf die Toilette tigern oder..., jetzt wo Du mit diesem satten Gesicht neben mich kriechst und so aussiehst, wie ich mich fuehle. Das Zittern und Nachbeben, das mich noch einmal weit hinaus traegt, kann ich auch abwuergen. Aber Du ziehst mich in Deine Arme, ich drehe Dir meinen Rücken zu und gehe auf eine Reise, die sich meiner Vernunft völlig entzieht, muß Dein Streicheln zwingend dazu spüren, auch wenn es den Anschein hat, als naehme ich Dich nicht war, wenn mein Atem ohne Erklärung wieder unregelmaessig wird und ich mich strecke und zusammenziehe wie eine Raupe, die man vom Blatt geschüttelt hat. Ein kleiner Rest von mir bleibt Kopf und lauscht dem Interesse Deines Atems, macht sich die Berührungen und Deine Arme bewußt, die mich freudig und anteilnehmend auf diesem Ausflug ohne Ziel begleiten, der seine Nahrung aus sich selbst und Deiner wortlosen Faszination bezieht.

Irgendwann dann komme ich zurück, vernunftgesteuert von diesem kleinen Rest und deshalb ist die Landung immer ein wenig unglücklich hart, wie ein Reflex, den man kontrollieren möchte und auf einmal feststellt, man schafft nur den eckigen Rahmen, nicht das Fliessende. All meine Pläne habe ich fahren lassen, die schönen Bilder in meinem Kopf gegen echte Erinnerungen getauscht, die sich mit: Vollmond auf der Treppe nur mager umschreiben lassen.